Freitag, 5. März 2010

Laundry

Ja ach du scheiße... da musste ich doch glatt die letzten zwei Tage (runtergesetzt von vier!) in der Wäscherei verbringen. Da wurde also bei gemütlichen 48° Grad "gearbeitet".. aber von vorne:

Ich kam also gestern ins Hotel, und hab mich dann gemütlich nach dem Housekeeping- Briefing richtung Laundry begeben - bloß keine Eile. Dort angekommen, war der Laundry Manager zwar überrascht, aber durchaus erfreut weil es ihm wohl auch noch nicht so oft passiert ist das ein ausländischer Praktikant plötzlich vor ihm steht und zwei Tage lernen "will".
Um meine Tätigkeiten mal zusammenzufassen:

- Dreckwäsche sortieren
- die Riesenmangel "füttern"
- saubere Handtücher falten
- den Manager bespaßen

letzterer Punkt war zumindest am ersten Tag mit Abstand die zeitintensivste Aufgabe. Wobei ich auch zugeben muss das es nicht uninteressant war mit ihm ein bissel über Thailand, den König (der hier wirklich verehrt wird wie eine Gottheit), den Tsunami, und Deutschland zu schwatzen. Hochinteressiert war er an Schnee. Da die meisten Thailänder noch nie welchen gesehen haben, außer im Fernsehen, stellen sie gerne mal die ein- oder andere Frage. Aber Chefchen toppte nun alles was ich bis dahin gefragt wurde mit der Frage ob man Schnee denn trinken könne :)
Das war echt ein Erlebnis, da man sich ja bei uns ja einen Winter ohne Schnee ja gar nicht vorstellen kann.

Die Arbeit an sich ist wahnsinnig stumpf. Es gibt immer wieder Unterbrechungen, weil man einfach warten muss bis die nächste Maschine fertig ist. Und das schlimme ist das man derart unterfordert extrem viel Zeit hat im Selbstmitleid zu versinken, und die Zeit einfach nicht umgeht. Da außer Chefchen (dieser ist megaklein, dünn und trägt die Brille wahnsinnig weit auf der Nasenspitze) aber so gut wie niemand Englisch spricht, konnte ich mich nichtmal durchgehend unterhalten, und musste also in den ganzen kleinen Pausen damit abfinden den ziemlich jungen Kollegen bei ihren Prügeleien zuzusehen. Dazu kamen eben diese wahnsinnige Hitze bei der sogar ich mal gut und gerne 5 Liter Wasser getrunken hab.

Das Fazit also ist: Dass es durchaus mal interessant war es erlebt zu haben, die riesigen Wäscheberge zu sehen und derart stumpfe Aufgaben zu machen, aber ganz ehrlich mehr als einen Tag muss man sich das nicht antun - nicht zuletzt wegen der asozialen Hitze. Also allen anderen die im Hotel ihr Praktikum machen, lege ich durchaus ans Herz sich das mal anzuschaun.

Hm... so... mehr fällt mir grad nicht ein... hier passiert einfach nicht soviel, bei den langen Arbeitstagen :)

Mittwoch, 3. März 2010

Feierei


Feierei neben der Arbeit:

Im besagten "Happy Snapper" gibt es jeden Abend Live Musik von verschiedenen Bands bzw. europäischen Sängern, die Rocklieder covern. Das ist an sich ziemlich stark, und die Atmosphäre ist klasse.
Es gibt hier auch eine kleine Disco, welche weniger gut ist, aber halt der "Place- to- be" deswegen landet man irgendwie immer da drin. Man muss vielleicht kurz am Rande erklären das in Thailand Discos nicht nur Musik vom DJ spielen, sondern eigentlich mehr Live Musik spielen. Der Unterschied liegt darin das die sich meistens auf Thailändische Superhits beschränkt welche doch arg gewöhnungsbedürftig ist.
Aber egal wo man hingeht letztenendes muss man morgens wieder früh raus und geht dann schlaftrunken seiner Arbeit nach ;)

Umgebung (Khao Lak)

Die Umgebung:

Das Hotel liegt ungefähr 15km entfernt von Khao Lak. Runderherum ist nahezu nichts bis auf ein kleines Örtchen mit Supermarkt. Die ganze Gegend und auch das Hotel selber wurden damals ziemlich übel vom Tsunami zerstört. Mittlerweile haben die Einheimischen Khao Lak aber wieder aufgebaut und - meiner Meinung nach - zu einem kleinen Mallorca gemacht. Das Städtchen (es besteht quasi aus einer Straße) wird überflutet mit deutschen Gästen und jeder probiert aus denen Profit zu schlagen. So reihen sich an der großen Straße reihenweise Klamotten- und Ramschläden, Massschneidereien, Thai- Massagen, Restaurants und Bars aneinander. Wenn man dort langläuft wird man die ganze Zeit von den Händlern angelabert, was mir persönlich ziemlich auf die Nerven geht.
Eines der leckersten Restaurants hier ist ein Italiener. Der Chef ist in Deutschland aufgewachsen und hat dort auch ein italienisches Restaurant gehabt, das hat ihm aber keinen Spaß mehr gemacht und er wollte fliehen. Er probierte sein Glück hier in Thailand als Tauchlehrer, aber als seine Frau schwanger wurde, war er gezwungen "richtiges Geld" zu verdienen und hat deshalb hier wieder ein italienisches Restaurant eröffnet :) Der Laden ist auch immer gut voll, also Geld verdienen tut er nun wohl. Die eigentlich beste Bar um wegzugehen heißt aber "Happy Snapper"...

Ansonsten hat Südthailand hier wirklich schöne Strände und auch Touristenattraktionen wie die berühmten Similan Islands, James Bond Island, uvm,...
Wegen der blöden 6 Tage Arbeitswoche sind wir aber noch nicht großartig dazu gekommen uns die anzuschaun, aber wenn die Occupancy bald zurückgeht werden wir das mal in Angriff nehmen.

Essen

Das Essen:

Nach ein paar Tagen haben Henning und ich festgestellt was die unsinnigste Frage ist die man einem Thailänder stellen kann. "Spicy?"
Die Antwort ist nahezu immer "no, not spicy" oder ab und zu "a little bit". In unseren ersten unbekümmerten Tagen sind wir deshalb gerne mal ungebremst in unser Verderben gerannt, aber man lernt schnell nach diversen Bauchschmerzen und Schweißausbrüchen :)
Die Staff Cantine hier ist ziemlich grottig. An guten Tagen hat man schonmal Auswahl zwischen 3- 4 verschiedenen Gerichten die augenscheinlich nur aus Chilli bestehen. Wenn man sich dann leicht hilflos und ängstlich nach jm umschaut der einem hilft springen einem die Thais aber gerne zur Hand zeigen auf die Gerichte und klassifizieren sie als "no spicy - no spicy - no spicy - a little bit" Stolz auf ihre Hilfe erwarten sie natürlich nun das man sich den Bauch mit den ganzen Leckereien vollhaut. Man nimmt sich also anstandshalber immer mal was und geht dann direkt zum Salat :)
Außerhalb des Hotels kann man aber richtig gut und vorallem günstig Essen - wenn man erstmal gelernt hat die leicht abstoßende "Küche" zu ignorieren. Rohes Fleisch und Eier werden grundsätzlich ohne Abdeckung und Kühlung an der frischen Luft gelagert, und die Wasserversorgung ist auch irgendwie selbstgebastelt. Dafür kann man hier schonmal für 2 Euro "All you can eat - Korean BBQ" machen oder für 90 Cent eine Portion Thai Nudeln incl Cola kaufen.
Das Essen im Hotel selber ist richtig schweineteuer. Begründet mit dem extrem hohen Aufwand um europäische- und amerikanische Hygienestandards zu erfüllen verlangen die für eine Pizza Magherita schonmal ihre 7 Euro. Dann doch lieber außerhalb essen...

Arbeit

Arbeit:

Am 15 Januar haben wir angefangen. Henning wurde ins F&B gesteckt und ich kam zum Front Office. Da war derzeit Belegungsraten von 90- 100 % haben wurde ich nicht großartig eingearbeitet sondern einfach ins kalte Wasser geworfen. Das war am Anfang ein bißchen ätzend, weil ich die Frage der Gäste einfach direkt an die anderen Kollegen weiterleiten musste und man sich irgendwie extrem doof vorkam wenn man so gar nix weiß. Als ich dann nach einer Woche so langsam anfing durchzublicken, hatte ich ein Meeting mit meinen Rooms Division- und Departmentchefinnen welche mir fröhlich mitgeteilt haben das sie mich mal für 2 Monate ins Housekeeping stecken um Erfahrung zu sammeln !!

Housekeeping:

Am Anfang, gebe ich ehrlich zu, war ich doch ein bißchen schockiert und habe probiert mich dagegen zu wehren aber es war vergebens. Der Plan sah so aus das ich ingesamt 3 Wochen Putzfrau bin, und die 2 Zimmertypen (Zimmer+Villa) putze. Danach folgen noch ein paar Tage Public Area putzen (Restaurants und deren Klos, Böden, Fenster, usw...) Wäscherei, Florist, Minibar und verschiedene Aufgaben im Office.
Mit ziemlicher übler Laune habe ich dann angefangen Betten zu machen und Staub zu wischen. Nach ein paar Tagen habe ich festgestellt das die Arbeit ziemlich scheiße ist, aber dafür die Thailändischen Putzfrauen extrem nett. Die sprechen zwar nur ein paar Wörter Englisch aber mit wilder Körpersprache habe ich es immer geschafft mich irgendwie mit denen zu unterhalten. Und man lernt auch immer mal das ein oder andere Thai-Wort.
Mittlerweile bin ich so weit das ich sogar die kompl. restlichen 4 Monate bleiben würde, einfach weil ich die Leute mag.
Ein Beispiel: Die eine hatte sich vom Local Market so kleine Schweinespieße gekauft und mir einen abgegeben. Seitdem bin ich süchtig nach den Dingern ;) Die letzten 2 Tage is nun immer jemand morgens vor der Arbeit zu dem Markt gefahren und hat mir da welche mitgebracht. Einfach sau geil :)
Nach der Arbeit holt mich immer die Kollegin ab (der ich meistens geholfen habe) und dann gehen wir mit 1-2 anderen hier in der Umgebung Essen...

Einleitung















Einleitung:

Was mache ich hier eigentlich ??

Im Rahmen unseres Studiums ist unter anderem ein Auslandspraktikum vorgesehen. Dieses verbringe ich nun zusammen mit Henning in Thailand (Khao Lak) für 5,5 Monate.


Ein paar generelle Infos vorweg:

- Zeitverschiebung 6h vor.
- Unterbringung im Hotel (Staff complex, 2er Zimmer)
- 6 Tage Arbeitswoche
- 9h Arbeitstag


Nach langem Flug sind wir am 13. Januar 2010 in Thailand angekommen. 2 Tage hatten wir dann Zeit uns hier das Hotel und den Strand anzuschaun, bevor die Arbeit dann losging.
Da ich die ganze Zeit angemault wurde das ich mich nie melde, keine Bilder oder ähnliches hochlade probiere ich nunmal das bloggen aus. Ich verspreche euch natürlich nicht es regelmäßig zu updaten aber vielleicht find ich ja gefallen an der Sache.
Ich muss mir nur erstmal von Henning ein paar Bilder geben lassen, weil der die immer macht ;)